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Technische Grundlagen

Konstruktiver Aufbau / Werkstoffe

Die Gewindespindeln des Carry sind im äusserst wirtschaftlichen Kaltrollverfahren gefertigt und bieten bei einem bedeutenden Preisvorteil auch eine Genauigkeit, die bisher oft nur mit geschliffenen Gewindespindeln erzielt werden konnte.
Die Carry-Spindeln werden kombiniert mit Einzelmuttern aus Stahl, die in einem einzigartigen, speziell entwickelten Verfahren ohne aufwändige Schleifbearbeitung gefertigt werden.

Kugelgewindetriebe Carry bieten sämtliche einem Kugelgewindetrieb eigenen Vorzüge wie:
– hoher Wirkungsgrad, d.h.
- kleine Antriebsleistung
- geringe Eigenerwärmung
– reibungsarmer, stick-slip-freier Lauf
– minimalster Verschleiss, d.h. bei gleichbleibender Positioniergenauigkeit eine sehr gute Wiederholgenauigkeit
– hohe Zuverlässigkeit und Lebensdauer

Gewinde-Profil

In der Regel werden gotische (Spitzbogen-) Profile gewählt.

Muttern-Typen (Formen)

Standardmässig stehen drei Mutternformen zur Auswahl:
  • Zylindrische Einzelmutter Typ ZY... Zylindrische Einzelmutter Typ ZY...
  • Flanschgewindemutter Typ FG... Flanschgewindemutter Typ FG...
  • Flanschmutter Typ FB... Flanschmutter Typ FB...
Selbstverständlich können auch beliebige Mutternformen, beispielsweise mit integrierten Achsen etc., gefertigt werden.

Werkstoffe

Sowohl die Gewindespindeln als auch die Muttern werden aus gehärtetem Stahl gefertigt; auf Wunsch korrosionsbeständig erhältlich (Tragzahlen auf Anfrage). 

Kugelrückführung

Die Muttern sind mit Einzelgang-Kugelrückführungen oder Rohr-Kugelrückführungen versehen, die beide völlig in den Mutternkörper integriert sind.
  • Einzelgang-Kugelrückführung Typ ...I Einzelgang-Kugelrückführung Typ ...I
  • Rohr-Kugelrückführung Typ ...R Rohr-Kugelrückführung Typ ...R

Einsatztemperaturen

Bei normaler Anwendung:  – 20 bis + 80 °C.  
Abweichende Einsatztemperaturen nach Rücksprache.

Steigungsgenauigkeit

Eichenberger Gewindespindeln werden mit folgenden Steigungsgenauigkeiten nach DIN 69051 gefertigt:

Standard
• G9 = ≤ 0,1 mm/300 mm

Auf Anfrage
• G7 = ≤ 0,052 mm/300 mm
• G5 = ≤ 0,023 mm/300 mm

Reduziertes Axialspiel von Spindeleinheiten

Reduziertes Axialspiel bis <= 0,01 mm ist bei Bedarf möglich (nur bei fertig gepaarten oder montierten Spindeleinheiten).

Wirkungsgrad

Erfahrungsgemäss liegt der Wirkungsgrad h für Kugelgewindetriebe über 0,9.  

Schmutzabstreifer

Je nach Typ kommen Kunststoffabstreifer oder Bürstenabstreifer zum Einsatz.  
  • K = Kunststoffe K = Kunststoffe
  • B = Bürsten B = Bürsten

Schmierung

Für Kugelgewindetriebe gelten die üblichen Wälzlager-Schmiervorschriften. Eine einmalige Fettfüllung als Lebensdauerschmierung ist jedoch in den meisten Fällen nicht ausreichend. Eine bedarfsgerechte regelmässige Schmierung wirkt sich entscheidend auf die Lebensdauer eines Kugelgewindetriebs aus.  
 
Achtung:  
Ab Werk sind die Spindeleinheiten lediglich mit einem Schutzfilm versehen. Vor Einbau/Inbetriebnahme des Kugelgewindetriebs sind Muttern mit Abstreifer über die Schmierbohrung – bei Muttern ohne Abstreifer die Spindel – mit einem für die jeweilige Anwendung geeigneten Schmiermittel zu versehen.  
Empfohlenes Universalschmiermittel:

  • Klüber Microlube GBU Y 131

Beim Einsatz eines anderen Schmiermittels ist dessen Verträglichkeit mit dem Korrosionsschutzmittel zu klären,  ansonsten muss die Spindeleinheit vor dem Schmieren ausgewaschen werden.  
 
Graphit- und MoS-Zusätze dürfen nicht verwendet werden.

Fertigungslängen

Allgemein werden Eichenberger-Spindeln als 2.8- oder 3-m-Stangen gefertigt.
Je nach Durchmesser und Materialbeschaffungssituation sind auf Anfrage auch Längen bis 6 m möglich.

Spindelenden

Standardmässig werden die Spindelenden ohne spezielle Endenbearbeitung trenngeschliffen.  
Auf Wunsch ist eine sogenannte Standard-Endenbearbeitung mit drei gedrehten Lagersitzen erhältlich (siehe Skizze). Die Abmessungen sind frei definierbar.  

Weiter können die Spindeln mit weich geglühten Enden zur Eigenbearbeitung oder mit speziellen, anwendungsspezifischen Endenbearbeitungen bestellt werden.
 
In allen Fällen wird eine detaillierte Fertigungszeichnung benötigt!  
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Handhabungshinweise

Kugelgewindetriebe sind Präzisionsbauteile und müssen auf dem Transport und am Lagerort sorgfältig vor Stossbelastungen, Verschmutzung und Feuchtigkeit geschützt werden. Sie sind erst unmittelbar vor der Montage aus ihrer Verpackung zu nehmen.  
 
Bei der Montage ist auf Sauberkeit zu achten. Verunreinigungen oder Fremdkörper auf den Kugelbahnen – insbesondere im Mutternkörper – führen zu erhöhtem Verschleiss mit vorzeitigem Ausfall des Kugelgewindetriebs.  
 
Bitte beachten Sie vor der Montage/Inbetriebnahme eines Kugelgewindetriebs unsere Schmierhinweise.

Radial- und Momentenbelastungen

Im Betrieb auf die Mutter einwirkende Radial- oder Momentenbelastungen führen zu einer Überbelastung einzelner Kontaktflächen, was die Lebensdauer der Spindeleinheit massiv beeinträchtigt. Es ist daher auf einen fachgerechten Einbau der Spindeleinheit und die Einhaltung aller relevanten Form- und Lagetoleranzen zu achten.

Montage von Spindeleinheiten

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Transportsicherung (O-Ring) auf einer Seite entfernen. Hülse mit Mutter unbedingt waagrecht halten, da sonst die Mutter von der Hülse gleiten kann und dadurch die Kugeln aus den Laufbahnen fallen.

Sollte dieser Fall trotzdem eintreten, ist unbedingt auf ein korrektes Wiedereinsetzen der Kugeln zu achten, da der Kugelgewindetrieb sonst beschädigt wird oder blockiert. Im Zweifelsfall kontaktieren Sie bitte Eichenberger Gewinde AG.

Spindelende in Montagehülse einführen.

Spindelende in Montagehülse einführen.

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Achtung: Hülse muss ganz bis zum Gewindeeinlauf vorgeschoben werden können, da sonst bei der Mutternmontage Kugeln aus der Laufbahn fallen und die Einheit beschädigen oder blockieren können!

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Mutter ohne Kraftaufwendung auf die Gewindespindel aufdrehen.
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