Technische Grundlagen
Konstruktiver Aufbau / Materialien
Der gerollte Kugelgewindetrieb Carry Speed-line ist gekennzeichnet durch seine extrem hohe Steigung. Diese ermöglicht eine entsprechend hohe Verfahrgeschwindigkeit bei einem beeindruckenden Wirkungsgrad.
Die Gewindespindeln des Carry Speed-line sind im äusserst wirtschaftlichen Kaltroll-Verfahren gefertigt. Sie werden kombiniert mit Einzelmuttern aus Stahl, die in einem einzigartigen, speziell entwickelten Verfahren ohne aufwändige Schleifbearbeitung gefertigt werden.
Bei Konstruktion wie Produktion fliessen Erfahrungen aus den Carry- und den Speedy-Standardsortimenten ein; Carry Speed-line profitiert also vom Know-how aus zwei Technologien.
Die Steilgewinde-Kugelspindel Carry Speed-line bietet dabei sämtliche einem Kugelgewindetrieb eigenen Vorzüge wie:
– hoher Wirkungsgrad, d.h.
- kleine Antriebsleistung
- geringe Eigenerwärmung
– reibungsarmer, stick-slip-freier Lauf
– minimalster Verschleiss, d.h. bei gleichbleibender Positioniergenauigkeit eine sehr gute Wiederholgenauigkeit
– hohe Zuverlässigkeit und Lebensdauer
Gewinde-Profil
Es wird ein gotisches (Spitzbogen-) Profil gewählt.Werkstoffe
Sowohl die Gewindespindeln als auch die Muttern werden aus gehärtetem Stahl gefertigt, auf Wunsch korrosionsbeständig erhältlich (Tragzahlen auf Anfrage).Die Endkappen-Kugelrückführungen mit integriertem Schmutzabstreifer sind aus Kunststoff.
Muttern-Typ (Form)
Standardmässig stehen zwei Mutternformen zur Auswahl:Auf Anfrage können auch andere Mutternformen gefertigt werden.
Kugelrückführung
Die Muttern sind mit Endkappen-Kugelrückführungen versehen, die völlig in den Mutternkörper integriert sind. Sie erfüllen gleichzeitig die Funktion des Schmutzabstreifers.Einsatztemperaturen
Bei normaler Anwendung: – 20 bis + 80 °C.Abweichende Einsatztemperaturen nach Rücksprache.
Steigungsgenauigkeit
Eichenberger Steilgewinde-Kugelspindeln werden mit folgenden Steigungsgenauigkeiten nach DIN 69051 gefertigt:Standard
• G9 = ≤ 0,1 mm/300 mm
Auf Anfrage
bis max. 1 2 00 mm Spindellänge
• G7 = ≤ 0,052 mm/300 mm
• G5 = ≤ 0,023 mm/300 mm
Reduziertes Axialspiel von Spindeleinheiten
Reduziertes Axialspiel bis ≤ = 0,01 mmist bei Bedarf möglich (nur bei fertig gepaarten oder montierten Spindeleinheiten).
Wirkungsgrad
Der Wirkungsgrad h eines Carry Speed-line liegt bei beeindruckenden 0,95.Schmutzabstreifer
Beim Carry Speed-line sind die Schmutzabstreifer konstruktionsbedingt standardmässig in die Endkappen integriert.Schmierung
Für Kugelgewindetriebe gelten die üblichen Wälzlager-Schmiervorschriften. Eine einmalige Fettfüllung als Lebensdauerschmierung ist jedoch in den meisten Fällen nicht ausreichend. Eine bedarfsgerechte regelmässige Schmierung wirkt sich entscheidend auf die Lebensdauer eines Kugelgewindetriebs aus.Achtung:
Ab Werk sind die Spindeleinheiten lediglich mit einem Schutzfilm versehen. Vor Einbau/Inbetriebnahme des Kugelgewindetriebs sind Muttern mit Abstreifer über die Schmierbohrung – bei Muttern ohne Abstreifer direkt die Spindel – mit einem für die jeweilige Anwendung geeigneten Schmiermittel zu versehen.
Empfohlenes Universalschmiermittel:
– Klüber Microlube GBU Y 131
Bei Einsatz eines anderen Schmiermittels ist dessen Verträglichkeit mit dem Korrosionsschutzmittel zu klären, ansonsten muss die Spindeleinheit vor dem Schmieren ausgewaschen werden.
Graphit- und MoS-Zusätze dürfen nicht verwendet werden.
Fertigungslängen
Allgemein werden Eichenberger-Spindeln als 2.8- oder 3-m-Stangen gefertigt.Je nach Durchmesser und Material-Beschaffungssituation sind auf Anfrage auch Längen bis 6 m möglich.
Spindelenden: Montage von Spindeleinheiten
Standardmässig werden die Spindelenden ohne spezielle Endenbearbeitung trenngeschliffen.Auf Wunsch ist eine sogenannte Standard-Endenbearbeitung mit drei gedrehten Lagersitzen erhältlich (siehe Skizze unten). Die Abmessungen sind frei definierbar.Weiter können die Spindeln mit weichgeglühten Enden zur Eigenbearbeitung oder mit speziellen, anwendungsspezifischen Endenbearbeitungen bestellt werden.
In allen Fällen wird eine detaillierte Fertigungszeichnung benötigt!
Handhabungshinweise
Kugelgewindetriebe sind Präzisionsbauteile und müssen auf dem Transport und am Lagerort sorgfältig vor Stossbelastungen, Verschmutzung und Feuchtigkeit geschützt werden. Sie sind erst unmittelbar vor der Montage aus ihrer Verpackung zu nehmen.Bei der Montage ist auf Sauberkeit zu achten. Verunreinigungen oder Fremdkörper auf den Kugelbahnen – insbesondere im Mutternkörper – führen zu erhöhtem Verschleiss mit vorzeitigem Ausfall des Kugelgewindetriebs.
Bitte beachten Sie vor der Montage/Inbetriebnahme eines Kugelgewindetriebs unsere Schmierhinweise.
Radial- und Momentenbelastungen
Im Betrieb auf die Mutter einwirkende Radial- oder Momentenbelastungen führen zu einer Überbelastung einzelner Kontaktflächen, was die Lebensdauer der Spindeleinheit massiv beeinträchtigt. Es ist daher auf einen fachgerechten Einbau der Spindeleinheit und die Einhaltung aller relevanten Form- und Lagetoleranzen zu achten.
Spindelende in Montagehülse enführen.
Achtung: Hülse muss ganz bis zum Gewindeeinlauf vorgeschoben werden können, da sonst bei der Mutternmontage Kugeln aus der Laufbahn fallen und die Einheit beschädigen oder blockieren können!
Mutter ohne Kraftaufwendung auf die Gewindespindel aufdrehen.










